Die Kunsthalle Erfurt
Die Kunsthalle Erfurt liegt mitten in der historischen Altstadt Erfurts, direkt gegenüber dem Rathaus, in einem 1562 im Stil der Renaissance umgebauten Patrizierhaus (mit rückwärtigen Anbau aus dem 20. Jh.), dessen reicher Fassadenschmuck das Gesicht des Platzes wesentlich prägt. Das Haus wurde 1979 seiner heutigen kulturellen Bestimmung übergeben. Seitdem bestimmten Wechselausstellungen von Kunst, Design und Kunsthandwerk nationaler und internationaler Provenienz die Ausstrahlung dieses Ortes und trugen zum überregional wirksamen kulturellen Erscheinungsbild Erfurts bei. Bis zur Jahrtausendwende führte die Institution die Bezeichnung „Galerie am Fischmarkt“.
Bereits 1980, kurz nach der Eröffnung des Hauses, startete mit „Hommage à Teriade“ das internationale Programm des Hauses – zu sehen waren französische Buchillustrationen von Pierre Bonnard, Marc Chagall und Pablo Picasso u. a. Künstler der Moderne. Es folgten Ausstellungen mit tschechoslowakischer, mexikanischer, indischer und kanadischer Gegenwartskunst aus den angewandten und freien Bereichen. Aus Finnland, den Niederlanden, Japan oder Italien wurden dem interessierten Publikum künstlerisches Glas, Keramik, Schmuck, Plakatkunst und Design vermittelt. Seit Mitte der 80er Jahre gewann aber auch die künstlerische Fotografie einen zunehmenden Stellenwert im Ausstellungsprofil.
Nach 1989 änderten sich die Produktionsbedingungen des Hauses wesentlich. Selbständiger als zuvor in allen Programmentscheidungen, war die eigene Rolle im Kontext der regionalen, der nationalen und internationalen Kunstöffentlichkeit neu zu definieren. Zwischen 1991 und 1995 setzten die international konzipierten Ausstellungen CONFIGURA 1 und 2 sowie verschiedene CONFIGURA-Projekte Akzente, indem sie sich grenzüberschreitenden künstlerischen Problemstellungen (dem Verhältnis von angewandter und freier Kunst, den Weltkulturen) widmeten. Seit Erfurt die Landeshauptstadt des Freistaates Thüringen ist, wuchs die Bedeutung der Kunsthalle als größte öffentlich getragene Einrichtung für Wechselausstellungen moderner und zeitgenössischer Kunst in Thüringen noch. Sie erarbeitet sich heute das Profil einer überregional orientierten Kunstadresse und unterstreicht auf kulturellem Gebiet die Rolle Erfurts als des administrativen Zentrums von Thüringen.
Die Kunsthalle Erfurt organisiert und präsentiert auf ca. 750 Quadratmetern Fläche ständig wechselnde Ausstellungen der bildenden Kunst vom Beginn der Moderne bis zur unmittelbaren Gegenwart. Dazu gibt sie entsprechende Publikationen heraus. Sie beherbergt keine eigene Sammlung. Neben thematischen oder retrospektiv ausgerichteten Ausstellungen zu Klassikern der Moderne bietet das Haus vor allem zeitgenössischen bildenden Künstlerinnen und Künstlern aus Deutschland und darüber hinaus regelmäßig ein Podium zur Präsentation ihrer Arbeiten in der Öffentlichkeit.
In der Kunsthalle Erfurt verbinden sich – in baulicher wie inhaltlicher Perspektive – Tradition und Gegenwart. Ihr Programm vermittelt zwischen den traditionellen künstlerischen Bildmedien wie Malerei, Grafik und Skulptur und technischen bzw. methodischen Neuerungen, z.B. in der digitalen Fotografie, im Video oder in temporären raumbezogenen Installationen.








Seite drucken
Seite weiterempfehlen
Impressum
Sitemap
top