Der Erfurter Kunstverein wurde 1887 als "Verein für Kunst und Kunstgewerbe" gegründet und stand dem ein Jahr zuvor ins Leben gerufenen Städtischen Museum (heute Angermuseum) in Erfurt vor allem mit seinen Sammlungen der Kunst des Mittelalters und des Kunsthandwerks sehr nahe. Die in der Satzung verankerte Regelung, jeweils den Oberbürgermeister der Stadt Erfurt als Vorsitzenden und den Museumsdirektor als Sekretär des Kunstvereins zu verpflichten, erwies sich insbesondere seit den Amtsantritten von Walter Kaesbach als Direktor des Städtischen Museums und Bruno Mann als Oberbürgermeister der Stadt Erfurt 1919/1920 als ausgesprochen günstig. Auf Initiative von Walter Kaesbach (in Erfurt von 1919 bis 1925) konnte in der Erfurter Bahnhofstraße und damit in unmittelbarer Nachbarschaft zum städtischen Museum ein Kunstvereinsheim eingerichtet werden, wo regelmäßig Ausstellungen gezeigt wurden und Veranstaltungen stattfanden. Schließlich kam seine Arbeit mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges zum erliegen. Auch der Erfurter Kunstverein musste 1945 per Dekret der Sowjetischen Militäradministration seine Arbeit einstellen. Erst 1992 kam es zu einer Wiedergründung des Vereins, nun als "Erfurter Kunstverein e. V.". Zunächst traditionell dem Angermuseum nahestehend, befindet sich die Geschäftsstelle des Kunstvereins seit 1996 in der Kunsthalle Erfurt. Heute realisiert der Erfurter Kunstverein eigene Ausstellungen im Renaissance-Saal der Kunsthalle, organisiert Vorträge, Atelierbesuche und Kunstreisen für seine Mitglieder und alle Kunstinteressierten.